Die Hochburg hat in den vierhundert Jahren seit ihrer Gründung bedeutende Erweiterungen erfahren, die im Sgraffitohof besonders deutlich sichtbar sind. Mächtige dreigeschossige Arkadengänge aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zieren den westseitigen Hoftrakt.
Ein mittelalterliches Bild bieten dagegen im Erdgeschoss die Burgküche und die Knappenhalle mit gezogenem gotischen Kreuzrippengewölbe. Sie wurden im 16. Jahrhundert überbaut, wie die Inschrift an der Ostseite besagt (Im 1574. Jahr ist dieses Gebäude gemacht worden):

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Der gotischen Bauzeit gehört im ersten Stockwerk auch die Trinkstube an, die ein gespanntes schönes Sternrippengewölbe aufweist. Wände und Gewölbe schmücken reich bewegte ornamentale und figurale Fresken, die mit den Wandgemälden in den weiteren Gemächern zu den wertvollsten Profanmalereien des 16. Jahrhunderts in Niederösterreich zählen.

Das Herzstück der Hochburg ist jedoch die von den Dachsberger Herren im Jahre 1378 errichtete zweigeschossige Kapelle. Das sakrale Kleinod befindet sich im ältesten Teil der Burg, an der bestgeschützten Stelle, oberhalb der Torhalle. Im Jahre 1947 ist die Kapelle mit großer Sorgfalt restauriert worden. Die schwere Steinplatte des mittelalterlichen Altars wurde freigelegt.
Im Altaraufbau fand sich ein Gefäß mit Reliquien. Es stammt aus dem Jahre 1379, trägt das Bischofssiegel und dokumentiert das Jahr der Konsekrierung, an die auch die zwölf an den Wänden sichtbaren Weihekreuze erinnern.
Auf der Mensa steht heute wieder der kleine kostbare Flügelaltar aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der den Schutzheiligen der Burg, Sankt Georg und Pankraz, geweiht ist.